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Gott des Feuers und der Blitze

Während Vesta die heilbringende, gezähmte Seite des Feuers darstellte, stand Vulcanus für dessen zerstörerische, rohe und unkontrollierbare Kraft. Diesem Sinn folgt auch die Verehrung des Gottes durch die Schmiede: während das Herdfeuer Nahrung veredelte und somit für eine friedliche Verwendung stand, wurden mit dem Schmiedefeuer, dessen Schutzpatron Vulcanus war, auch Kriegswaffen hergestellt.

Einer griechischen Tradition nach, bedrohlichen Göttern weniger bedrohliche Zweitnamen zu geben, verliehen die Römer ihm den euphemistischen Beinamen Mulciber („Der Besänftiger“). Seine Verehrung lässt sich bis in etruskische Zeit zurückverfolgen.
Im Gegensatz zu der aufgrund ihrer sprichwörtlichen Keuschheit im Beziehungsgeflecht der Götter untereinander kaum bedeutsamen Vesta besitzt Vulcanus eine deutlich interessantere Familiengeschichte. Seine Mutter Juno soll ihn, nachdem er aufgrund seiner Hässlichkeit von den anderen Göttern ausgelacht worden war, von der Heimstatt der Götter hinab gestoßen haben, weshalb Vulcanus fortan hinkte.
Aufgrund seiner Fähigkeiten in der Metallverarbeitung stellte er insbesondere Schmuck für die anderen Götter her, so zum Beispiel auch das Zepter des Jupiter. Sein handwerkliches Geschick nutzte er auch aus, um an seiner Mutter Rache zu nehmen: er stellte ihr einen Thron her, der sie, nachdem sie sich auf ihm niedergelassen hatte, nicht wieder losließ. Als Gegenleistung für ihre Befreiung erhielt Vulcanus seinen Status unter den Göttern wieder zurück. Zudem gab ihm Jupiter die Venus zur Frau, welche ihn allerdings des Öfteren mit anderen Göttern betrog.
Als Ort seiner Werkstatt sahen die Römer den Untergrund unter dem Vulkan Ätna an.
Sein Feiertag war der 23. August, und man erbat sich von ihm Beistand in der folgenden trockenen Jahreszeit, insbesondere Schutz vor Bränden.
Da Handwerk und Kunst im Allgemeinen bei den Römern auf einer Stufe standen und dem Vulcanus großes handwerkliches Geschick nachgesagt wurde, verehrten in auch Künstler, insbesondere solche, die mit Metall arbeiteten.
Somit stellte Vulcanus gewissermaßen eine ambivalente Gottheit dar, die sowohl für Zerstörung als auch für Schöpfung stand.